Ulrike Laule
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Yoga - worum geht es dabei?

Als Hatha-Yoga bezeichnet man eine Reihe von Yogarichtungen, die den Körper und körperliche Übungen als Ausgangspunkt für eine spirituelle Entwicklung nehmen. Die Idee dabei ist es, den Körper gesund zu erhalten, ihn widerstandsfähig und frei von Krankheiten oder Schmerzen zu machen; denn nur ein gesunder Körper ist in der Lage, den Schwierigkeiten einer spirituellen Entwicklung standzuhalten.

So ging es ursprünglich vor allem darum, den Körper in die Lage zu setzen, lange und ausdauernd aufrecht in einer sitzenden Meditationshaltung zu verbringen. Ein ungeübter Mensch wird dies schon nach wenigen Minuten als äußerst beschwerlich empfinden, seine Aufmerksamkeit wird sich vornehmlich mit den Unannehmlichkeiten in Rücken, Knien oder Schultern beschäftigen, so dass es ihm kaum gelingen kann, den Geist frei von Gedanken zu halten bzw. die aufkommenden Gedanken wieder los zu lassen.

Wer außerdem einmal versucht hat, mit Zahnschmerzen zu meditieren, wird leicht einsehen, dass auch Schmerz oder Krankheit eine weitere Hürde für die Meditation darstellen.

Der Begriff „Hatha“ setzt sich zusammen aus den Sanskritwörtern „Ha“ für Sonne und „Tha“ für Mond, und bezieht sich auf die Energien, die diesen Gestirnen zugeschrieben wurden. Die Energie der Sonne ist dabei etwa dem „Yang“, die des Mondes etwa dem „Yin“ der chinesischen Medizin vergleichbar. Hatha-Yoga strebt also eine Verbindung oder einen Ausgleich dieser beiden gegensätzlichen, den Menschen und das Universum bestimmenden Energien an.

„Ha“, der Sonnenenergie, werden Attribute zugeordnet wie Hitze, Aktivität, Rationalität oder Kraft. Mit „Tha“, der Mondenergie, werden Begriffe wie Ruhe, Kühle und Intuition verbunden. Der Sonne entspricht mehr das männliche, dem Mond mehr das weibliche Prinzip.

 

 








Wie das chinesische Zeichen für Yin und Yang zeigt, enthält jede der beiden Energien im Kern auch die entgegengesetzte Energie. Ihre Verbindung schafft den Kreis als vollkommene geometrische Figur ohne Anfang und Ende.

Hatha Yoga will die Harmonie der Energien zunächst auf der Ebene des Körpers wieder herstellen. Da Körper und Geist bzw. Seele sich durchdringen und im Kern eine Einheit bilden, beeinflusst und verändert die Arbeit mit dem Körper auch Geist und Seele.

Je ungestörter die Energien im Körper zirkulieren können, desto größer ist das körperliche, aber auch das seelische Wohlbefinden. Wir werden gelassener und entspannter und können unsere alltäglichen Angelegenheiten mit mehr Distanz betrachten und gelungener regeln.

Energetische Blockierungen dagegen verursachen sowohl körperliche als auch seelische Beschwerden. Wie ein blockierter Muskel sich verkürzt und verhärtet, verengt sich auch unser Denken und unsere Sichtweise. Wir neigen dann zu rigidem oder auch rücksichtslosem Verhalten.

Hatha Yoga steigert das Bewusstsein im Körper (natürlich auch das Bewusstsein für und über den Körper). Ein Yoga asana in vollendeter Konzentration auszuführen, bedeutet, mit dem Bewusstsein jeden Teil des Körpers auszufüllen. Dies ist ein Prozess, den wir wahrscheinlich endlos weiter perfektionieren können. Je mehr wir hier fortschreiten, desto größer werden auch die Bereiche unseres Geistes, die wir für das Bewusstsein erschließen.